Interview mit der Erlebniswelt-Chefin

Petra Leufstedt: „Lehrraum abseits des Klassenzimmers“

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Ein Klassenausflug der besonderen Art: Im Interview erklärt die Leiterin der FC Bayern Erlebniswelt, Petra Leufstedt, warum das Vereinsmuseum des deutschen Rekordmeisters ein hervorragendes pädagogisches Angebot für Schulklassen darstellt und was die Heranwachsenden aus der Geschichte des erfolgreichsten deutschen Fußball-Clubs lernen können.

Das Interview mit Petra Leufstedt:

Warum hat die FC Bayern Erlebniswelt ein spezielles pädagogisches Programm für Schulklassen im Angebot?
Der weltweite Attraktivitätsschub, aber auch die lange Historie als heute erfolgreichster deutscher Fußball-Klub sind zwei Faktoren, die verantwortungsbewusste museale Arbeit erfordern. Außerdem ist der gesellschaftspolitische Einfluss des Sports und in Deutschland insbesondere des FC Bayern nicht zu unterschätzen. Die FC Bayern Erlebniswelt versteht sich deshalb als historisches Gewissen des Vereins, als Ort, an dem der Mythos des Klubs eine Heimat gefunden hat. Sie repräsentiert die Werte nach außen, die in mittlerweile 118 Jahren aus dem Vereinsleben des FC Bayern gewachsen sind. Das Vereinsmuseum steht damit exemplarisch, hat aber gleichzeitig eine bedeutungsvolle Aufgabe: Der Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft Tag für Tag gewissenhaft nachzukommen. Und zwar nicht nur für die großen, sondern auch bzw. vor allem die kleinen Besucher.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem MPZ?
Im Umgang mit Kindern geht es darum, Angebote von höchster Qualität zu entwickeln. Das Museumspädagogische Zentrum ist als Einrichtung des Freistaats Bayern und der Landeshauptstadt München daher ein idealer Partner. Die Zusammenarbeit lief von Beginn an reibungslos und von beiden Seiten sehr befruchtend. Die Kooperation hat dazu geführt, dass die angebotenen Programme für alle Schultypen pädagogisch wertvoll und gleichzeitig spannend sowie kurzweilig sind.

Was war die ganz besondere Herausforderung beim Start des Projekts?
Die Vielzahl an Themen aus Geschichte und Gegenwart des FC Bayern in ein homogenes, aber gleichzeitig spannendes und abwechslungsreiches Programm zu verpacken. Diese Mischung ist uns hoffentlich gut gelungen. Die Lehrplanrelevanz – man darf ja nicht vergessen, dass unsere Geschichte schon mehr als ein Jahrhundert geschrieben wird – ist heute die Basis für die hohe Akzeptanz seitens Schulen und Lehrkräften. Die pädagogische Qualität sowie die Erfüllung des Bildungsauftrages werden zudem stets kontrolliert. Man darf ja nie aufhören, noch besser werden zu wollen.

Was soll den Schülern mit auf den Weg gegeben werden?
Kinder und Jugendliche begeistern sich gemeinsam, erleben Emotionen, stehen zusammen für ein Ziel ein – leben also Werte, die durch den Sport, den Fußball und insbesondere die Strahlkraft des FC Bayern vermittelt werden können. Unsere Programme nutzen den Sport deshalb als Katalysator für pädagogisch wertvolle Stoffe. Dazu zählen Teamgeist, Toleranz, Fairplay, Multikulturalität oder den Umgang mit Niederlagen – also Werte, die nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Alltag wichtig sind. Für die Lehrer ist die FC Bayern Erlebniswelt ein echter Türöffner. Uns ist es daher wichtig, so viele Klassen wie möglich zu erreichen. Seit Kurzem kann daher für Schulen und Klassen, die nach den Kriterien des MPZ als förderungswürdig eingestuft werden, eine Übernahme der Kosten beantragt werden.

Wie ist die Resonanz im Anschluss von den Schülern und Lehrern?
Die FC Bayern Erlebniswelt hat sich als gut geeigneter Lehrraum abseits des Klassenzimmers erwiesen: Das Feedback der Schulklassen und Lehrer ist durchweg positiv, die Programme werden angenommen. Man muss sich dazu mal eine Zahl vor Augen führen: Im Schuljahr 2017/18 wurden in den beiden Programmen „Toleranz und Teamgeist“ sowie „Der FC Bayern zur Zeit des Nationalsozialismus“ 1400 Teilnehmer aller Schultypen von unserem geschulten Personal durch die FC Bayern Erlebniswelt geführt. Das spricht doch eigentlich für sich.

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