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15 Jahre Allianz Arena

Erinnerungen an die Anfangszeit

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Happy Birthday - Allianz Arena wird 15 Jahre

Sechs WM-Partien, 362 Pflichtspiele des FC Bayern, ein Champions-League-Finale: Die Allianz Arena hat in den vergangenen 15 Jahren viel erlebt. „Aber die Zeit um die Inbetriebnahme“, sagt Jürgen Muth, „war doch die anstrengendste“. Der Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH erinnert sich noch gut an die Wochen zwischen 19. und 31. Mai 2005. Und er fügt mit einem Schmunzeln an: „Wenn ich an diese paar Tage denke weiß ich, wann das mit den grauen Haaren bei mir zugenommen hat.“

Jedem Anfang wohnt ja bekanntlich ein Zauber inne, aber jeder Anfang ist auch verbunden mit viel Arbeit, Nervenflattern und ein kleinen bisschen Ungewissheit. Wer in 31 Monaten für rund 340 Millionen Euro ein Fußballstadion der Extraklasse baut, fiebert darauf hin, es endlich in Betrieb zu nehmen. Als am 19. Mai 2005 zum ersten Mal ein Anpfiff durch die Allianz Arena hallte, blickte ganz Fußball-Deutschland nach München-Fröttmaning. Die Partie der Traditionsmannschaften des FC Bayern und des TSV 1860, die an diesem Dienstag vor 15 Jahren stattfand, war ein Test für den Ernstfall. Knapp zwei Stunden später konnte man stolz behaupten: Die Generalprobe war gelungen, die Allianz Arena bereit.

Rummenigge: „Das ist einfach nur herrlich hier“

Gut 30.000 Zuschauer waren an diesem Frühlingsabend zugegen, an dem der Löwe Peter Pacult (8.) den ersten Treffer in der Allianz Arena erzielte. Die Partie endete nach weiteren Toren von Martin Max (14.) und Bernhard Winkler (60.) sowie Ludwig Kögl (62.) und Karl-Heinz Rummenigge (84.) mit 3:2 für den TSV 1860 München, der zunächst Miteigentümer und bis 2017 Mieter war. Der Sport – und auch der verschossene Elfmeter von Lothar Matthäus in den Schlussminuten – war an diesem Tag aber sowieso nur Nebensache. Es überwog der Stolz, die Freude, das Miteinander. „Das ist einfach herrlich hier, das ist das schönste Stadion der Welt“, schwärmte zum Beispiel Rummenigge – und verglich den „Powerrasen“ mit dem Grün im legendären Londoner Wembley-Stadion.

Sowieso, sagt Jürgen Muth heute, müsse sich die Arena „vor keinem anderen Stadion Europas verstecken“. Die Allianz Arena gilt als „State of the Art“. Sie war damals, 385 Tage vor dem Anpfiff der FIFA-WM in Deutschland, topmodern – und ist es auch heute noch, weil sie sich stetig weiterentwickelt hat. Auf allen Ebenen. Von der Infrastruktur bis zur Logistik, von der Kapazität bis zur Nachhaltigkeit. Von außen ist der Bau der Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron ein Blickfang, von innen bietet er ein Stadionerlebnis der Extraklasse.

Zur Eröffnung ist die Ehrentribüne bestens besetzt

Die Arena steigerte sich Schritt für Schritt. 66.000 Zuschauer waren knapp zwei Wochen später zugegen, als es in der Allianz Arena wirklich ernst wurde. Die beiden Partien am 30. und 31. Mai 2005 wurden zu einem echten Fußballfest. Den Anfang machten die Münchner Löwen, die das bayerische Derby gegen den 1. FC Nürnberg mit 3:2 gewannen. Blau und weiß schimmerte es von den Tribünen, im Innenraum ging die Post ab. Der immer stärker werdende Regen konnte die Stimmung nicht trüben, im Gegenteil. Die britische Rockgruppe "Status Quo" und die „Spider Murphy Gang“ heizten so richtig ein, die Fans waren begeistert! Vor der offiziellen Erföffnung wurde nach echtem bayrischen Brauch die kirchliche Segnung durch den katholischen Weihbischof Franz Dietl und die evangelisch-lutherische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler vollzogen. Erst jetzt durfte Oberbürgermeister Christian Ude die Allianz Arena offiziell eröffnen:  „Die Allianz Arena, dieses herrliche neue Fußballstadion, ist hiermit eröffnet.“ Jetzt war kein Halten mehr, die Menge tobte.

Die Ehrentribüne war freilich bestens besucht. Schauspieler, Künstler, Wirte, Geschäftsmänner waren zugegen, die Augen aber zog die Fußball-Prominenz auf sich. Auch Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Franz Beckenbauer genossen die Partie, obwohl ihr Verein erst am Tag danach auf den Rasen kam. Als das Feuerwerk über der Arena gerade erloschen war, gingen schon die Vorbereitungen für das zweite Eröffnungsspiel los.

Muth: „Dieses Stadion wurde für die Fans gebaut“

Der 31. Mai 2005 bleibt als Premieren-Datum für die Bayern in den Geschichtsbüchern. Die Eröffnungsparty war nicht weniger aufregend. Der 4:2-Erfolg des Rekordmeisters gegen die deutsche Nationalmannschaft war sportlich gelungen, das Drumherum aber auch. Moderator Thomas Gottschalk, Pop-Sänger Seal, Echo-Preisträgerin Sarah Connor – und der feierliche Anstoß oblag dem „Kaiser“ höchstpersönlich. Franz Beckenbauer kickte einen riesigen Fußball-Ballon ins Tor, sein Fazit: „Ich kenne fast alle Stadien der Welt – aber ein solches Stadion habe ich noch nie gesehen. Es ist wunderschön geworden, wir können alle stolz sein.“

An diesem Stolz hat sich bis heute nichts geändert. Trotzdem hat die Allianz Arena im Jahr ihres 15-jährigen Bestehens noch mal Neuland betreten. Eine große Feier kann und wird es nicht geben, weil die Gesundheit natürlich vorgeht. Muth sagt: „Dieses Stadion wurde für die Fans gebaut. Was ich aktuell am meisten vermisse, ist die Stimmung, sind die Menschen.“ Im Moment sind nur Geisterspiele möglich – die Vorfreude auf Partien vor Fans ist umso größer.

 

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