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Aktuelle News von der Allianz Arena in München

Stand für die Münchener Olympiabewerbung an der Allianz Arena
© FC Bayern

Jürgen Muth: Einzigartig im deutschen Stadionvergleich

Wer an diesen Tagen im Oktober die Allianz Arena passiert hat, musste zweimal hinsehen – denn das Heimspielstadion des FC Bayern in Rot, Blau und Weiß, das ist schon etwas Besonderes. Zum zweiten Mal hintereinander war der Beitrag zu den Bayerischen Klimawochen ein optisches Highlight sowie ein Appell zugleich. Die Illumination in den Farben der Klimastreifen der bayerischen Temperaturentwicklung galt als Symbol für das gemeinsame Klimabewusstsein. Wie passend, dass sie mit moderner LED-Technik und 100 Prozent Ökostrom erzeugt wurde – findet auch Geschäftsführer Jürgen Muth, dem das Thema Nachhaltigkeit am Herzen liegt.

Die Allianz Arena leuchtet in der Nacht mit Klimastreifen auf der Fassade
Die Allianz Arena leuchtete in diesem Oktober zum zweiten Mal mit Klimastreifen. | © Allianz Arena

„Wenn ich mir das Energie-Konzept der Allianz Arena im Detail ansehe, zeigt es mir, dass in den letzten 20 Jahren viel passiert ist und wir auch für die Zukunft viel planen“, sagt er im Interview. Obwohl Muth eigentlich „Verfechter eines ,One-Page-Managements‘“ ist, ist er daher auf die  20 Seiten umfassende Powerpoint-Präsentation Dokument besonders stolz. Wie grün die Arena im Jahr ihres 20-jährigen Bestehens ist? „Auf jeden Fall schon sehr grün. Weil wir von Anfang an bereit waren, regelmäßig auch größere Beträge zu investieren.“ Im deutschlandweiten Stadionvergleich sei das einzigartig.

„Die Photovoltaikanlage hat mich gleich doppelt gefreut“

Es lohnt sich, den Blick näher auf die Arena zu richten, denn Nachhaltigkeitsprojekte gab und gibt es an allen Ecken und Enden. Was Muth und seinem Team wichtig ist: „Wir machen nicht Nachhaltigkeit um der Nachhaltigkeit willen. Es muss schon einen Hintergrund geben.“ Den aber gibt es häufig. Während bei manchen Maßnahmen die „Einsparung im Fokus“ steht, geht es bei anderen um die „Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern“. Unter Berücksichtigung von infrastrukturellen, finanziellen und technischen Grenzen ein Feld, auf dem es immer etwas zu tun gibt.

Photovoltaikanlagen neben der Allianz Arena
Seit dem Jahr 2019 versorgt die Photovoltaikanlage auf dem Gästeparkhaus die Allianz Arena mit sauberem Strom. | © Allianz Arena

Bestes Beispiel: Die Photovoltaikanlage auf dem Gästeparkhaus. „Gleich doppelt“ hat Muth die Errichtung im Jahr 2019 gefreut, denn neben der besseren Funktionalität erzeugt die Anlage bis zu 900 KWp pro Tag – das deckt „fast den Grundstrom, den wir Tag für Tag in der Arena brauchen“. Hinzu kommt seit der Saison 2025/26 das Dach der neuen „Vorkontrolle Süd“. Muth: „Bei diesem Projekt stand der ,Return-on-Invest‘ nicht im Vordergrund, sondern explizit die Förderung der Nachhaltigkeit.“ Die Fans sind bei Regen und Schnee überdacht – und obendrauf wird Energie erzeugt.

Von den Ideen, die in seinem Team entstehen und stets gemeinsam diskutiert werden, wurden in den vergangenen beiden Jahrzehnten diverse umgesetzt. Um weniger abhängig von fossilen Energieträgern und Gas zu werden, koppelte man etwa die Rasenheizung von der zentralen Wärmeversorgung ab. Sie erfolgt nun mithilfe Wärmepumpen – und ist damit Vorbild für die Erzeugung der Hauptwärme in den kommenden Jahren. Ab 2026 nämlich soll das derzeit laufende „Mega-Projekt“ dafür sorgen, dass auch die Gebäudeklimatisierung über Wärmepumpen erfolgt und außerdem nicht mehr „kilometerlang Wasser durchs Haus gepumpt“ wird, sondern man sich in der Versorgung auf einzelne Bereiche konzentrieren kann. 19 sogenannte Booster-Wärmepumpen wurden dafür bereits installiert, Muth sagt: „All das läuft nebenher, so gut wie jeden Tag.“ Aber er fügt lächelnd hinzu: „Wir liegen im Zeit- und Kostenplan.“

Wir haben 55 Ladestationen und sind damit deutschlandweit führend im Fußballstadion-Vergleich.

Jürgen Muth

So wird heute im Spielerbereich mit Wärme aus den Serverräumen geheizt, in der Küche mit Hitze aus Gewerbekälte gekocht, im Trinkwasser Kalk ohne Chemie gefiltert. Die Lösungen, die Muth als „besonders kreativ“ bezeichnet, stellen weiterhin den Betrieb sicher und sind „alles gute Investitionen im Sinne der Nachhaltigkeit“. Das gilt auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur, der vor den Toren der Allianz Arena vonstattengeht.

„Wir haben 55 Ladestationen und sind damit deutschlandweit führend im Fußballstadion-Vergleich“, sagt Muth. Klar ist aber auch, dass einem weiteren Ausbau der PKW Ladeinfrastruktur an Spieltagen klare Grenzen gesetzt sind. Zudem wird aktuell der erste Ladepark in Europa für Busse und LKW gebaut, der am Ende 42 Ladepunkte haben soll. „In MAN haben wir einen starken Partner, der dieses Projekt mit uns umsetzt. Schirmherr ist der bayerische Ministerpräsident Markus Söder“, verrät der Geschäftsführer der Allianz Arena München Stadion GmbH. Vier Ladepunkte gehen schon heuer in Betrieb: „Und es gibt Berechnungen, dass wir täglich bis zu 500 Ladevorgänge schaffen können.“

Wie es weitergeht? Potenzial sieht er u.a. „bei den Themen Abfall, Mehrwegsystem und Wasser“. Ideen sind genug in den Köpfen der Arena-Mitarbeiter – und Muth weiß aus Erfahrung: „Fertig ist ein Stadion nie, wir müssen mit der Zeit gehen.“

Ein Helikopter-Flug über die Arena als Bestätigung

Trotzdem ist so ein Jubiläumsjahr ja auch dafür da, mal stolz zu sein. Dafür setzt Muth sich übrigens gerne fiktiv in einen Segelflieger. Er nähert sich der Esplanade aus dem Süden, „sieht die PV-Anlage, blickt nach oben zur Windanlage auf dem Fröttmaninger Berg. „Die gehört uns nicht, aber passt gut ins Bild.“ Ins Bild der Arena, die am schönsten in Rot leuchtet – aber im Herzen schon sehr grün ist.

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